Erz...

Erz...:
Zu griech. árchein »der Erste sein, an der Spitze stehen; regieren; anfangen, beginnen« (vgl. Archiv) gehört griech. arch‹i›- als Bestimmungswort von Zusammensetzungen mit der Bedeutung »Ober..., Haupt..., Vorsteher, Führer, Meister usw.«, wie z. B. in griech. archi-téktōn »Baumeister« ( Architekt) und griech. archíātros »Oberarzt« (s. d. Lehnwort Arzt). In solchen Zusammensetzungen, vornehmlich aus dem kirchlichen Bereich, wurde das griech. Wort über gleichbed. kirchenlat. archi- (arci-) früh ins Dt. entlehnt (ahd. erzi-, mhd. erze-, erz-). Zu den frühsten zusammengesetzten Lehnwörtern dieser Art gehören Erzbischof ( Bischof) und verdunkelt Arzt. Seit dem 15. Jh. begegnet das Bestimmungswort dann auch in Zusammensetzungen aus dem weltlichen Sprachbereich, so z. B. in Erzherzog (15. Jh.; Lehnübersetzung von mlat. archidux). In neuerer Zeit schließlich ist das Bestimmungswort zum bloßen Präfix verblasst. Es hat daher nur verstärkenden und steigernden Charakter in Neubildungen wie Erzgauner, Erzlügner, ferner auch in adjektivischen Bildungen wie erzdumm, erzfaul u. a.

Das Herkunftswörterbuch . 2014.

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  • Erz — [e:ɐ̯rts̮], das; es, e: Mineral, das ein Metall enthält: wertvolle Erze; Erz gewinnen, abbauen, schmelzen. * * * Erz 〈n. 11〉 1. Metall enthaltendes Mineral 2. 〈poet.〉 Kupfer, Eisen u. ihre Legierungen ● Erze aufbereiten, brechen, gewinnen, gießen …   Universal-Lexikon

  • Erz- — erz Präfix Ober , Haupt std. ( ), mhd. erz(e) , ahd. erzi Entlehnung. Entlehnt aus spl. archi (mit der z Aussprache von k, ch), das seinerseits auf gr. archi der erste, oberste zurückgeht. Die Entlehnung erfolgt in Bildungen wie ahd. erzi biscof …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Erz — (althochd. aruzi, erezi, mittelhochd. arze, erze, erz), jedes Mineral, das eins der nutzbaren schweren Metalle in gewinnbarer Menge enthält. Der Bergmann scheidet das E. von dem tauben Gestein, der Gangart oder den Bergen; er unterscheidet reiche …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • erz- — Erz [ɛrts̮] adjektivisches und substantivisches Präfix; auch das Basiswort wird betont (emotional verstärkend, meist in negativer Bedeutung): a) <adjektivisch> durch und durch, sehr, überaus, extrem: erzböse; erzdumm; erzkatholisch; erzkon …   Universal-Lexikon

  • erz... — erz…, Erz… 〈in Zus. mit Subst. u. Adj.〉 (zur Steigerung od. Verstärkung des Begriffes); erzdumm; Erzgauner [Etym.: <grch. archi… »der Erste, Oberste«] …   Lexikalische Deutsches Wörterbuch

  • Erz — Sn std. (9. Jh.), mhd. erze, ahd. aruz m., aruzzi nm.( ?), as. arut Wanderwort. Altes Lehnwort, das letztlich auf sumer. urud(u) Kupfer zurückgeht. Unsicher ist die Zugehörigkeit von anord. ørtog, ertog, ærtog f. kleine Münze, Drittelunze , das… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

  • Erz — Erz: Mhd. erze, arze, ahd. aruzzi, arizzi, aruz, asächs. arut ist verwandt mit dem Bestimmungswort der nord. Münzbezeichnung aisl. ørtog. Die Herkunft des Wortes ist nicht sicher geklärt. Vielleicht handelt es sich um ein altes Wanderwort… …   Das Herkunftswörterbuch

  • Erz [1] — Erz, 1) (Min.), s. Erze; 2) (lat. Aes, Ant.), so v.w. Kupfer; 3) Metallmischung, die den Alten bes. zu gegossenen Bildsäulen diente; meist Kupfer, mit Blei od. Zinn versetzt. Die besten Gattungen waren das delische, äginetische u. später das… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Erz [2] — Erz , deutsche Vorsetzsylbe, dem griechischen Archi (s.d.), entsprechend …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Erz... — Erz..., deutsche Vorsetzsilbe, dem griechischen Archi (s.d.) nachgebildet, bedeutet die Erhöhung der durch das einfache Wort bezeichneten Würde; daher die Ausdrücke: Erzämter, Erzherzog, Erzbischof, Erzkanzler, Erzkämmerer etc. Im gewöhnlichen… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

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